Focus – Fitness für den Rücken
Spannen, lockern, dehnen: Wie sanfte Gymnastik Muskeln, Sehnen und Bänder beweglich hält. Welche Übungen das Rückgrat stärken und den Schmerz vertreiben
..."80 Prozent aller Menschen mit Rückenschmerzen leiden, weil ihre Muskeln ungenügend trainiert sind", weiß FOCUS-Fitnesscoach Michael Despeghel-Schöne, der die Sportprobanden über sechs Monate betreut. Insbesondere die tiefer liegende Muskulatur am Bauch und die kurzen Muskeln zwischen den einzelnen Wirbelkörpern sind bei fast allen Menschen zu schlaff. Sie werden beim Laufen, Radfahren oder Treppensteigen nicht trainiert und verkümmern. Das führt zu Kreuzschmerzen. Auf zehn Milliarden Euro jährlich allein in Deutschland schätzen Experten den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch untrainierte Rücken entsteht. Zwei FOCUS-Probanden gaben als Fitnessziel einen schmerzfreien Rücken an. Die Kulturmanagerin Astrid Weindl, 48, erlitt schon mehrfach einen Hexenschuss, der letzte ereilte sie ganz unerwartet. Sie wünscht sich ein Training, das ihre untere Rückenpartie dauerhaft stabilisiert. Die FOCUS-Experten empfehlen ihr, zunächst nur mit vorsichtigem Streching zu beginnen, um den Ischiasnerv nicht zusätzlich zu reizen. Auch FOCUS-Probandin Yella Rottländer, 38, verspürte Rückenschmerzen, nachdem sie an einem Wochenende im Garten geackert hatte ("Ich habe ein schweres Lehmbeet ausgehoben. Das hätte ich wohl besser gelassen.") Das Trainerteam empfahl ihr ebenfalls Muskeldehnungsübungen, insbesondere nach dem Laufen. "Wenn ich nicht richtig stretche, tut mir nach dem Joggen immer irgendetwas weh", stellt die Frau fest.
Mehrere Programme helfen, Rückenschmerzen dauerhaft entgegenzuwirken: ... ... Spezielle Rückenstunden wie "Healthy back" im Hamburger Luxus-Sportclub Holmes Place oder das Training mit einer eineinhalb Meter langen Schwungstange (Flexi-Bar), das seit sechs Monaten in rund 200 Studios deutschlandweit auf dem Programm steht, bilden die Spreerspitze einer regelrechten Rückenoffensive auf dem Fitnessmarkt. "Diese Stunden sind äußerst beliebt, denn ihnen haftet nicht das verstaubte Image der Rückenschule an", meint Physiotherapeutin Barbara Klein vom Fitnessstudio Leo´s in München. Die Schwungstange, die Klein in ihrem Unterricht einsetzt, stammt ursprünglich aus der Rehabilitation. Die beiden flexiblen Enden des Sportgeräts müssen durch Rüttelbewegungen zum Schwingen gebracht werden. "Dabei trainieren wir automatisch die tiefer liegende Rücken-, Bauch- oder Halsmuskeln, die wir nicht aktiv bewegen können", erklärt Klein. Bewusste Bewegungen, etwa beim Krafttraining mit Sportgeräten wie Hanteln, lassen diese feine Hilfsmuskulatur unberücksichtigt....